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    <title>Jedem Augenblick erwächst Erinnerung (Rubrik:Diskursives)</title>
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    <dc:publisher>Hauswurst</dc:publisher>
    <dc:creator>Hauswurst</dc:creator>
    <dc:date>2004-08-13T10:48:54Z</dc:date>
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    <title>Jedem Augenblick erwächst Erinnerung</title>
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    <title>&quot;Wie war der Himmel blau...&quot;</title> 
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    <description>Die Figur bezieht sich auf die gl&amp;uuml;ckliche Zeit unmittelbar nach der ersten Verz&amp;uuml;ckung, bevor sich noch die Komplikationen der Liebesbeziehung bemerkbar machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Diskurs der Liebe lediglich ein Schwarm von Figuren ist, die sich in unvorhersehbarer Reihenfolge, nach Art der Zickzackfl&amp;uuml;ge einer Fl&amp;uuml;ge im Zimmer jagen, kann ich der Liebe doch, wenigstens retrospektiv, imagin&amp;auml;r, ein geregeltes Werden und Entstehen bezeugen: durch eben diese historische Phantasie mache ich durchaus manchmal ein Abenteuer. Der Liebeswettstreit scheint also in drei Etappen (drei Akten einer Trag&amp;ouml;die) vor sich zu gehen: zu Anfang, urpl&amp;ouml;tzlich, die Inbesitznahme (ich bin von einem Bild hingerissen); darauf eine Folge von Begegnungen (Rendezvous, Telephonanrufe, Briefe, kleine Reisen), in deren Verlauf ich geradezu trunken die Vollkommenheit des geliebten Wesens &amp;#8222;erforsche&amp;#8220;, das hei&amp;szlig;t, die unerwartete, deckungsgleiche Ann&amp;auml;herung eines Objektes und meines Verlangens: das ist die S&amp;uuml;&amp;szlig;e des Anfangs, die eigentliche Zeit der Idylle. Dieser gl&amp;uuml;cklichen Zeit erw&amp;auml;chst ihre Identit&amp;auml;t (ihre Abgeschlossenheit) daraus, da&amp;szlig; sie sich (wenigstens in der Erinnerung) gegen die Fortsetzung str&amp;auml;ubt. - Die Fortsetzung ist die lange Schleifspur der Leiden, Verletzungen, &amp;Auml;ngste, N&amp;ouml;te, Ressentiments, Verzweiflungen, Peinlichkeiten und Fallen, deren Beute ich werde, wenn ich fortan unabl&amp;auml;ssig unter der Drohung eines Verlustes lebe, der gleichzeitig mich, den Anderen und die zauberhafte Begegnung betr&amp;auml;fe, die uns einander zuvor zu erkennen gegeben hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Liebende, die sich nicht umbringen, es ist m&amp;ouml;glich, aus diesem Tunnel, der der Liebesbegegnung folgt, herauszufinden, ich sehe wieder Tageslicht, sei es, da&amp;szlig; es mir gelingt, der ungl&amp;uuml;cklichen Liebe einen dialektischen Ausweg (Liebe selbst ist nicht dialektisch) zu schaffen (an der Liebe festhalten, sich von der Hypnose befreien), sei es, da&amp;szlig; ich unter Verzicht auf diese Liebe erneut ins Rennen gehe und mit anderen die Begegnung zu wiederholen versuche, deren Blendwerk ich mir bewahre: denn sie f&amp;auml;llt in die Kategorie der &amp;#8222;ersten Lust&amp;#8220;, und ich ruhe nicht, bis sie wiederkehrt, ich bejahe die Bejahung, ich beginne erneut, ohne zu wiederholen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begegnung strahlt aus; in der Erinnerung wird das Subjekt die drei Phasen des Liebeswettstreits sp&amp;auml;ter zu einer zusammenziehen; es wird von einem &amp;#8222;blendenden Tunnel der Liebe&amp;#8220; sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Begegnung erstaune ich dar&amp;uuml;ber, jemanden gefunden zu haben, der, in sukzessiven und stets erfolgreichen, nie versagenden Anl&amp;auml;ufen, dem Bild meiner Phantasie gerecht wird (NLP als Codierung der Phantasie hakt sich ein); ich gleiche dem Spieler, dem das Gl&amp;uuml;ck treu bleibt, jenes Gl&amp;uuml;ck, das ihn die Hand auf eben das kleine Teilst&amp;uuml;ck legen l&amp;auml;&amp;szlig;t, das das Puzzle seiner Begierde auf Anhieb vervollst&amp;auml;ndigt. Es ist eine allm&amp;auml;hliche Entdeckung (und gleichsam eine &amp;Uuml;berpr&amp;uuml;fung) der allm&amp;auml;hlichen Neigungen, Einverst&amp;auml;ndnisse, Vertraulichkeiten und symbolischen Bekenntnissen, die ich (meiner Meinung nach) auf &quot;ewig&quot; mit einem anderen teilen werde, der im Begriff steht, k&amp;uuml;nftig &amp;#8222;mein Anderer&amp;#8220; zu werden; ich bin sehr gespannt auf diese Entdeckung (ich fiebere ihr entgegen), in dem Ma&amp;szlig;e, da&amp;szlig; jede intensive Neugier f&amp;uuml;r ein Wesen, dem man begegnet, summarisch als Liebe gilt. Die Begegnung l&amp;auml;&amp;szlig;t &amp;uuml;ber das liebende (bereits hingerissene) Subjekt den Taumel eines &amp;uuml;bernat&amp;uuml;rlichen Zufalls hinwegstreichen: die Liebe geh&amp;ouml;rt in die (dionysische) Kategorie des W&amp;uuml;rfelwurfes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
N.N.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;&lt;a href=&quot;www.dradio.de/dlr/sendungen/ wortspiel/doc/ws-020521.rtf&quot;&gt;Wie war der Himmel blau&lt;/a&gt;,&lt;br /&gt;
die Hoffnung weit.&lt;br /&gt;
Die Hoffnung floh entt&amp;auml;uscht&lt;br /&gt;
in Dunkelheit.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul Verlaine</description>
    <dc:creator>Hauswurst</dc:creator>
    <dc:subject>Diskursives</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 Hauswurst</dc:rights>
    <dc:date>2004-02-13T19:36:27Z</dc:date>
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   <title>find</title>
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