Dichtes
...
Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.
...
Rilke
Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.
...
Rilke
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Nachts, wenn das Pendel der Liebe schwingt
zwischen Immer und Nie,
stößt dein Wort zu den Monden des Herzens
und dein gewitterhaft blaues
Aug reicht der Erde den Himmel.
Aus fernem, aus traumgeschwärztem
Hain weht uns an das Verhauchte,
und das Versäumte geht um, groß
wie die Schmerzen der Zukunft.
Was sich nun senkt und hebt,
gilt dem zuinnerst Vergrabnen,
blind wie der Blick, den wir tauschen,
küsst es die Zeit auf den Mund.
Paul Celan
...wie sehr ich dieses Gedicht noch immer liebe, das vergessen schient, von sich gestossen, verdrängt - und wie, trotz all der kreichenden Zeit und trennenden Strassen, es noch immer dasteht: in mir, lautlos lebendig widerhallt.
zwischen Immer und Nie,
stößt dein Wort zu den Monden des Herzens
und dein gewitterhaft blaues
Aug reicht der Erde den Himmel.
Aus fernem, aus traumgeschwärztem
Hain weht uns an das Verhauchte,
und das Versäumte geht um, groß
wie die Schmerzen der Zukunft.
Was sich nun senkt und hebt,
gilt dem zuinnerst Vergrabnen,
blind wie der Blick, den wir tauschen,
küsst es die Zeit auf den Mund.
Paul Celan
...wie sehr ich dieses Gedicht noch immer liebe, das vergessen schient, von sich gestossen, verdrängt - und wie, trotz all der kreichenden Zeit und trennenden Strassen, es noch immer dasteht: in mir, lautlos lebendig widerhallt.
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Extreme Diversität
Nicht selten
überbrücke
ich diverse Welten,
mit einem Fuß
auf beiden Seiten,
in der Lücke
zwischen Tür und Angel.
Ich bin
ein ziellos
über meine Pflicht
gespannter Bogen:
Gefühl-bloß
zu dir hin
und von dir weggezogen.
In dieser Lage
haltlos schwebend
wähn' ich mich
auf einer andern
Seite lebend,
und ich wage
einen Grat zu wandern
und mich zu verlieren.
Doch wie verloren ich
auch bin - ich finde
in dir mein Geschick!
Und ich vertiefe mich
in deinen Blick,
zerstreue mich
in alle Winde
Young-Jin Choi
Nicht selten
überbrücke
ich diverse Welten,
mit einem Fuß
auf beiden Seiten,
in der Lücke
zwischen Tür und Angel.
Ich bin
ein ziellos
über meine Pflicht
gespannter Bogen:
Gefühl-bloß
zu dir hin
und von dir weggezogen.
In dieser Lage
haltlos schwebend
wähn' ich mich
auf einer andern
Seite lebend,
und ich wage
einen Grat zu wandern
und mich zu verlieren.
Doch wie verloren ich
auch bin - ich finde
in dir mein Geschick!
Und ich vertiefe mich
in deinen Blick,
zerstreue mich
in alle Winde
Young-Jin Choi
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Ich kenne den Grund, sagt sie. Ich kenne ihn durch meine große Pfahlwurzel.
Du fürchtest ihn.
Ich fürchte ihn nicht: weil ich dort war.
Hörst du das Meer in mir,
ruhelos?
Oder die Stimme aus Nichts, die dein Wahnsinn war?
Liebe, ein Schatten.
Wie du liegst und ihr nachweinst.
Hör nur: das sind die Hufe: sie ist fort, ein Pferd.
Ich werd die ganze Nacht so galoppieren, schneller, schneller,
bis dein Kopf ein Stein ist, dein Kissen ein Stück Torf,
tönend, tönend.
Oder soll ich dir den Klang der Gifte bieten?
Das jetzt ist Regen, die weite Ruhe.
Und das seine Frucht: zinnweiß wie Arsen.
Ich habe jede Qual des Sonnenuntergangs ertragen.
Verdorrt bis zur Wurzel
brennen meine roten Fasern; sie stehn: eine Handvoll Draht.
Ich breche in Stücke, die mich umfliegen wie Keulen.
Ein Wind von solcher Wucht
wird kein Herumstehn dulden: ich muss kreischen.
Auch Luna ist gnadenlos: die Unfruchtbare
will mich grausam schleifen.
Ihr Strahlen vernarbt mich. Vielleicht hab ich sie ergriffen.
Ich lass sie gehn. Ich lass sie gehn,
vermindert, flach, nach radikaler Chirurgie.
Wie deine bösen Träume mich beherrschen, kleiden.
Ich bin bewohnt von einem Schrei.
Nachts flattert er aus
und sucht mit Haken nach etwas zum Lieben.
Mich schreckt dieses dunkle Ding,
das in mir schläft;
tagsüber fühl ich sein weiches, gefiedertes Drehen, die Bösartigkeit.
Wolken ziehen, zerstieben.
Sind das die Gesichter der Liebe, so bleiche
Unwiederbringlichkeiten? Schlägt dafür mein Herz?
Ich fasse nicht mehr.
Was ist das, was für ein Antlitz,
so tödlich erstickend zwischen den Zweigen?
Dessen Schlangensäuren zischen
und den Willen lähmen. Es ist der abgetrennte, lahme Mangel,
der tötet, tötet, tötet.
Sylvia Plath
Du fürchtest ihn.
Ich fürchte ihn nicht: weil ich dort war.
Hörst du das Meer in mir,
ruhelos?
Oder die Stimme aus Nichts, die dein Wahnsinn war?
Liebe, ein Schatten.
Wie du liegst und ihr nachweinst.
Hör nur: das sind die Hufe: sie ist fort, ein Pferd.
Ich werd die ganze Nacht so galoppieren, schneller, schneller,
bis dein Kopf ein Stein ist, dein Kissen ein Stück Torf,
tönend, tönend.
Oder soll ich dir den Klang der Gifte bieten?
Das jetzt ist Regen, die weite Ruhe.
Und das seine Frucht: zinnweiß wie Arsen.
Ich habe jede Qual des Sonnenuntergangs ertragen.
Verdorrt bis zur Wurzel
brennen meine roten Fasern; sie stehn: eine Handvoll Draht.
Ich breche in Stücke, die mich umfliegen wie Keulen.
Ein Wind von solcher Wucht
wird kein Herumstehn dulden: ich muss kreischen.
Auch Luna ist gnadenlos: die Unfruchtbare
will mich grausam schleifen.
Ihr Strahlen vernarbt mich. Vielleicht hab ich sie ergriffen.
Ich lass sie gehn. Ich lass sie gehn,
vermindert, flach, nach radikaler Chirurgie.
Wie deine bösen Träume mich beherrschen, kleiden.
Ich bin bewohnt von einem Schrei.
Nachts flattert er aus
und sucht mit Haken nach etwas zum Lieben.
Mich schreckt dieses dunkle Ding,
das in mir schläft;
tagsüber fühl ich sein weiches, gefiedertes Drehen, die Bösartigkeit.
Wolken ziehen, zerstieben.
Sind das die Gesichter der Liebe, so bleiche
Unwiederbringlichkeiten? Schlägt dafür mein Herz?
Ich fasse nicht mehr.
Was ist das, was für ein Antlitz,
so tödlich erstickend zwischen den Zweigen?
Dessen Schlangensäuren zischen
und den Willen lähmen. Es ist der abgetrennte, lahme Mangel,
der tötet, tötet, tötet.
Sylvia Plath
Dein Schritt hat die Schwelle gehoben,
unter der aug'nes Licht hervorquoll.
Du hast die Tür (zum Nichts) offen gelassen
und den Schüssel verloren.
Du grinst lieblich,
man hielt's für nachtes Lachen.
Schallend. Klaffend.
Des Bildnis Blut schwappt über,
in den geheimen Raum,
in dem ich mich sicher wähnte -
vor Deinen Lügen.
unter der aug'nes Licht hervorquoll.
Du hast die Tür (zum Nichts) offen gelassen
und den Schüssel verloren.
Du grinst lieblich,
man hielt's für nachtes Lachen.
Schallend. Klaffend.
Des Bildnis Blut schwappt über,
in den geheimen Raum,
in dem ich mich sicher wähnte -
vor Deinen Lügen.
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Fast blind vom Schnee, der uns in die Wärme
trieb,inmitten einer rauhen Nacht,
tanzten unsere Blick, wund und weiß.
Und alles tut noch immer endlos weh,
wenn ich dein Gesicht in meinem vor mir seh,
Wie frisch gefallener Schnee leuchtet weiß,
was ich nicht durch Zeit vergessen kann.
Seh dein Lächeln und dein stolzen Blick
auf mir ruhn, als suchten sie ihr Kleid.
Und der Schnee fiel weiß durch dein Haar,
dem Glanz von Mondlicht Schatten nah.
Die schönste Melodie ist - die noch nicht geschriebne,
Meine Hände schrieben dir meine auf dein Gesicht,
mein Mund dir auf die Stirn sanft und
mein glückgetrankter Blick auf deine Haut.
Weiß fiel der Schnee, und es ward leise,
was ich nicht vergessen kann.
Vom Schnee ganz weiß strich ich dir durch Haar,
küßte deine Hände und verging in Himmel deines Blicks.
Vom Schnee ganz weiß ist meine Seele schwer,
sie schmerzt und blutet in dunkler Reise,
das Gestern währt das Morgen nicht.
trieb,inmitten einer rauhen Nacht,
tanzten unsere Blick, wund und weiß.
Und alles tut noch immer endlos weh,
wenn ich dein Gesicht in meinem vor mir seh,
Wie frisch gefallener Schnee leuchtet weiß,
was ich nicht durch Zeit vergessen kann.
Seh dein Lächeln und dein stolzen Blick
auf mir ruhn, als suchten sie ihr Kleid.
Und der Schnee fiel weiß durch dein Haar,
dem Glanz von Mondlicht Schatten nah.
Die schönste Melodie ist - die noch nicht geschriebne,
Meine Hände schrieben dir meine auf dein Gesicht,
mein Mund dir auf die Stirn sanft und
mein glückgetrankter Blick auf deine Haut.
Weiß fiel der Schnee, und es ward leise,
was ich nicht vergessen kann.
Vom Schnee ganz weiß strich ich dir durch Haar,
küßte deine Hände und verging in Himmel deines Blicks.
Vom Schnee ganz weiß ist meine Seele schwer,
sie schmerzt und blutet in dunkler Reise,
das Gestern währt das Morgen nicht.
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Weil ich nichts zurücknehmen kann,
ziehe ich mich zurück,
undenkbar, aber möglich.
Durchaus. Läßt.
Dem Wurm entgegengeschleudert:
Ich lasse dich los, so fest du mich hältst.
ziehe ich mich zurück,
undenkbar, aber möglich.
Durchaus. Läßt.
Dem Wurm entgegengeschleudert:
Ich lasse dich los, so fest du mich hältst.
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