Zu jedem Argument gibt es ein nicht minder plausibles Gegenteilargument. Aber dies bedeutet schlußendlich nicht, daß der, der das letzte Argument in den Händen hält, recht haben muß.
Hauswurst - am Dienstag, 20. Januar 2004, 19:56 - Rubrik: Gepraegtes
keley meinte am 20. Jan, 23:13:
vielleicht gehts auch nicht ums recht haben und vielleicht hat der, der das erste argument in den händen hält die einheit aller gegenteilargumente als letztes argument?
Hauswurst antwortete am 21. Jan, 09:31:
Gelte das nicht auch im umgekehrten Fall: die Einheit oder Summe aller Argumente der ersten Partei. Ich denke gerade, daß das letzte Argument Schweigen und Abwenden ist. - Nicht, weil es nichts mehr zu erwidern gäbe, sondern weil man einsieht, daß man sich in einer Position befindet, deren Gewicht durch kein Argument aufgewogen werden kann.
keley meinte am 21. Jan, 22:35:
vielleicht gibt es positionen/argumente, die so leicht sind und schwebend, dass sie tatsächlich nicht aufgewogen werden können, wodurch auch immer. das schweigen und abwenden ist, so vermute ich, ein argument mit zu grossem gewicht. ich denke auch, dass es immer etwas zu erwidern gibt. das gewicht des widerstandes gegen das (notwendige?) erwidern ist manchmal grösser als das gewicht der abwendung und des schweigens.
Hauswurst antwortete am 22. Jan, 23:37:
Was bestimmt denn meine Position, aus der heraus ich versuche zu argumentieren, wenn nicht der Grad der Abhängigkeit zur Position des Anderen. Im normalen Leben ist mir das wirklich egal, aber auf emotionaler Ebene, kann ich nicht über meinen Schatten springen. Es ist wie eine Klammer. (Warum denke ich gerade, daß sich hinter keley eine Frau verbirgt?)...
keley meinte am 24. Jan, 22:00:
ich denke mir, dass es interessant sein könnte, eine liste aller argumente anzulegen, vom ersten bis zum letzten. welches ist das erste, welches das letzte? und was passiert, wenn man das erste und das letzte argument einfach willkürlich vertauscht?weiters denke ich mir, man könnte eine liste aller abhängigkeiten anlegen, von den geringfügigen bis zu den schwersten. was passiert, wenn man die leichteste mit der schwersten vertauscht? und wie positioniert sich der schatten in diesem spiel?
Hauswurst antwortete am 1. Feb, 03:52:
"Der Geist ist Knochen" - ein verdammt harter Knochen, aber so absurd und widersinnig diese Worte Hegels auch scheinen mögen, allmählich freunde ich mich mit ihnen an. Dein Gedankengang entbehrt eines gewissen verspielten Reizes nicht: Was geschieht, wenn man allem die Pole vertauscht? Es würde nur nichts an dem, was man nicht zurücknehmen oder tilgen kann, ändern - außer vielleicht, daß man die Vergangenheit verfälscht...Nicht mein Weg. Nicht mehr.
keley meinte am 4. Feb, 22:15:
Ja, jetzt weiss ich nicht mehr, wie und was ich argumentieren könnte, ausserdem bin ich mit hegel nicht vertraut. interessieren würde mich die geschichte - wenn es eine gibt - die zu deinem ersten eintrag über argument und gegenteilargument geführt hat.(ich glaube nicht, dass eine andere - möglicherweise zusätzliche - sichtweise unbedingt eine verfälschung sein muss, aber da muss ich nicht recht haben)
Hauswurst antwortete am 5. Feb, 20:56:
Die Geschichte ist ...
eine ganz gewöhnliche, tausendmal erlebt, abertausendmale erzählt, und nicht wirklich mehr interessant. Die Vergangenheit ist meist, ein Konstrukt der Zukunft, weshalb ich diese Geschichte hier auch nicht preisgeben werden. Verkennen ist die Grundlage und das Sein der Wahrheit, die sich in der Lüge widerspiegelt. snipp
Was mich interessieren würde, ist, warum Du dagegen argumentieren willst (möchtest); was ist der Grund in dieser Einsicht, der das Dagegen konstruiert in Dir?